Mail vom 03.04.2020, 10:36 Uhr: Ich möchte Ihnen heute von meinen Erfahrungen berichten. Ich habe seit langer Zeit Probleme mit meiner Wirbelsäule (Dekompression der Spinalnerven durch Reposition des 5 LW), seit ca. einem halben Jahr haben diese Probleme stark zugenommen. Dies in Form von ständig anhaltenden Neurologischen Ausfallerscheinungen, starken Schmerzen, und ganz zu schweigen der psychischen Belastung. Trotz allem, bin ich meiner täglichen Arbeit weiter nachgekommen und habe in Absprache mit den Ärzten versucht, durch Physiotherapien und Rehasport, eine Operation zu vermeiden. Doch leider hat es nur mäßigen Erfolg gebracht, weshalb am 20.03. eine Operation (Stabilisierung durch Schrauben-Stab-System und Zwischenwirbelimplantat) erfolgen sollte. Diese wurde nur wenige Stunden vorher abgesagt, aufgrund einer Verfügung des Bundes oder Landes.

Da die Operation jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, hat mein Hausarzt mich aus dem „Verkehr“ gezogen und mir starke Schmerzmittel verschrieben. Ich befürchte, aufgrund der momentanen Situation, dass die nötige Operation um Monate verschoben wird und ich bleibende Schäden zurückbehalte. Die Angst der bleibenden Schäden, hat mit der Aussage meiner Orthopädin zu tun „… warten Sie nicht zu lange mit der Operation, sonst könnten Nerven absterben“. Im Normalfall wäre ich für 4 bis maximal 6 Wochen ausgefallen und anschließend meiner täglichen Arbeit nachgehen. Dies wird jetzt sicherlich nicht der Fall sein.

Die Operation sollte im Klinikum Osnabrück stattfinden, (…). Am Telefon gab mir die Schwester zu verstehen, dass genug Kapazitäten vorhanden wären Sie aber bis auf weiteres nicht dürften. Heute rief ich in der (…)klinik in Schleswig-Holstein an, in der Hoffnung dass die operieren dürfen. Die Schwester teilte mir mit, dass auch sie nicht dürfen und momentan nur Patienten aus Schleswig-Holstein aufnehmen dürfen. Zu dem gab mir die Schwester deutlich zu verstehen, dass die Klinik leer ist und Sie mit der Situation sehr unzufrieden ist.

Eine Bekannte arbeitet im Mathias-Spital (Rheine), auf Anfrage meinerseits teilte Sie mir mit das viele Betten leer sind.

Zu Arztpraxen vor Ort kann ich auch einiges berichten, da ich gestern zu zwei Arztpraxen musste. Beide Arztpraxen dürfen keine Patienten in die Praxis lassen, die Patienten werden an der Tür abgefertigt und auch nur für Rezepte und Krankschreibungen. Untersuchungen werden gar nicht durchgeführt. Ein Arzt berichtete meiner Frau, dass dies auch in seiner Praxis der Fall wäre und wenn er Patienten behandeln würde müsste er mit einer erheblichen Geldbuße rechnen.

Ich persönlich möchte am liebsten Klage gegen die Bundesregierung oder dem Land einreichen (…)