Mail vom 31.03.2020, 15:25 Uhr: ich bin selbst aufgrund meiner schweren rezidivierenden Depressionen vom Lockdown in Mitleidenschaft gezogen. Konkret wurde mir der mir eigentlich bereits zugesagte Platz in einer psychosomatischen Tagesklinik abgesagt, da die Klinik präventiv geschlossen wurde – nicht nur die Tagesklinik, sondern die komplette psychosomatische Abteilung des entsprechenden Klinikums. Leider kein Einzelfall. Wenn man in Betracht zieht, dass die Sterblichkeitsrate beispielsweise bei schweren Depressionen bei 4% liegt und damit auf jeden Fall deutlich über COVID-19, empfinde ich diese Schließungen als blanken Hohn. Triage findet schon längst statt, auf Kosten von psychisch kranken Menschen, von Misshandlungen betroffenen Kindern, und von Partnerschaftsgewalt betroffenen Frauen, um nur einige Gruppen zu nennen. Auf die Suizid- und Missbrauchszahlen während des Lockdowns dürfen wir gespannt sein.