Mail vom 30.07.2020, 15:35 Uhr:

Jetzt möchte ich eigene Erfahrungen einbringen.

1: Meine Enkeltocher S. wurde  im Januar geboren. Vor dem Lockdown
konnte ich sie zwei Mal sehen. Dann war sie mit ihren Eltern isoliert
und ich auch. Wir durften keinen Besuch empfangen und meine Enkelin
lernte, dass es zwei Menschen auf der Erde gibt, nämlich Mama und Papa.
Auch die andere Großmutter, die mit im gleichen Haus lebt, durfte ihr
nicht nahe kommen und so ist S. in Panik, wenn sich ein anderer als
Mama und Papa nähert. Wie grotesk ist das!! Sie hatte schon ein
traumatisches Geburtserlebnis, weil sie per Kaiserschnitt kam. Ich bin
gespannt, wann ich mein eigenes Enkelchen beschwerdefrei auf dem Arm
haben kann.

2: mein Neffe durfte zur Geburt seines Kindes dabei sein, war dann aber
von Mutter und Kind abgeschirmt und durfte erst nach 3 Tagen beide
abholen. Das Bounding von Baby und Vater nicht möglich.

3. Ich hörte von vielen Fällen, wo eine Gebärende Mundschutz tragen
mußte. Unverständlich, behördliche Willkür, superstress zusätzlich für
die Gebärende.

4: ich saß mit einem 4 jährigen Mädchen an der Haltestelle und wurde von
einem Mann tätlich angegriffen, der mich nötigen wollte, draußen, im
Freien, eine Maske zu tragen. Ich hatte Mühe, ihn davon abzuhalten, mich
zu fotografieren. er wolle das Foto auf facebook stellen, um mich
anzuprangern.  der Witz dabei war, dass ich den selben Typen 14 Tage
später ohne Maske an der gleichen Haltestelle antraf.

5. Ohne Maske ist man Freiwild. Eine junge Frau verwehrte mir den Sitz
neben sich im Bus (ich hatte tatsächlich eine Maske auf), obwohl ich
momentan wegen eines kranken Knies sturzgefährdet bin. Ich solle mich an
die Abstandregelung halten!

Liebe Grüße